Ulrike Kristin Schmidt

Gesammelte Texte

Category: Kunstbulletin

Eins nach dem anderen – der Titel von Sam Porritts (*1979) erster institutioneller Einzelausstellung in der Schweiz deutet eine Reihenfolge an: One Thing After Another (Drawings 2005–2025). Aber seine Schau in der Kunst Halle Sankt Gallen mit Zeichnungen zwei Jahrzehnten liefert weit mehr als eine chronologische Ordnung. Die Blätter sind zu einer grossen Installation verbunden: […]

Lutz & Guggisberg – Verdichtungsvorschläge auf Kniehöhe

2014 war an der Architekturbiennale in Venedig ein Modell von Jacques Tatis modernistischer Villa für seinen Film «Mon Oncle» zu sehen. Das Haus, im Film Quelle einigen Ungemachs, war in der verkleinerten Version ein Publikumsliebling. Genauso könnte es den Schollen von Lutz & Guggisberg ergehen. Das Künstlerduo präsentiert in der Bechtler Stiftung, Uster über ein […]

Anna Hulačovás – Bienenwachs und Beton

Anna Hulačová ist gelernte Tischlerin, studierte Bildhauerin und geprägt durch die landwirtschaftliche Arbeit ihrer Familie. In ihren Werken verwebt sie das weitergegebene bäuerliche Wissen und Erleben mit Referenzen an die Antike. Besonders interessieren sie Bienen als Nutztier mit langer Geschichte und mythologischer Aufladung. Im Kunstraum Dornbirn fügt sie bestehende und neue Arbeiten zu einer stimmigen […]

Othmar Eder / Gisela Hoffmann

Das Erdgeschoss ist der grössere Raum, das Obergeschoss der klarere. Die Ausstellung fragile bringt zwei künstlerische Positionen in der Kunsthalle Wil zusammen – und nicht alles funktioniert dabei auf Anhieb. Othmar Eder (1955), mit dem diesjährigen Kulturpreis des Kantons Thurgau ausgezeichnet, ist für seine Zeichnungen und Videos bekannt. Seine Beobachtungen der Natur und Bergwelt treffen […]

Tony Cokes

Die Terrorangriffe am 11. September 2001 waren eine Zäsur in vielerlei Hinsicht, und sie führten zu neuen Diskussionen über die Ästhetik der Bilder und der Legitimation ihrer Veröffentlichung. Tony Cokes hat seine eigene Antwort darauf gefunden: Der US-amerikanische Künstler (*1956) verzichtet seither vollständig auf abbildende Motive in seinen Werken. Er setzt auf die im Kopf […]

Mit grossem Schwung in die Unendlichkeit

Das Kunstmuseum Thurgau ist eng mit der Kartause Ittingen verwoben. Es nimmt zwar räumlich nur einen Teil des ehemaligen Klosters ein, durchdringt aber die Kartause und ihr Museum Ittingen auf unterschiedliche Weise. Besonders eindrückliche Wechselwirkungen zwischen den Institutionen und ihren Räumen gelingen Isabelle Krieg (*1971). Eigentlicher Ort ihrer Einzelausstellung sind die beiden Kellergeschosse des Kunstmuseums […]

Produktive Verweigerung

Grosse Namen generieren Aufmerksamkeit – kein Name auch, zumindest im Kunsthaus Bregenz. Der markante Bau am Bodensee ist bekannt für sein Programm mit internationalen Kunstgrössen. Auch für die aktuelle Ausstellung war eine solche eingeladen. Dann allerdings kam alles ganz anders: Das gesamte Team des Kunsthauses Bregenz hat sich per Unterschrift dazu verpflichtet, den Namen der […]

Nina Emge – Gedankengefässe aus Stahl und Luft

Winterthur — Früher waren die oxyd – Kunsträume ein Lager. Korn, Salz und andere Waren wurden hier aufbewahrt. Das passt perfekt für Nina Emge. Die Zürcher Künstlerin interessiert sich für das Speichern und das Erinnern als kulturelle Praktiken. Das eine ist für gewöhnlich an Orte oder Medien gebunden, das andere kann vollständig immateriell stattfinden. Bei […]

Julia Steiner – Fliessende Energie, neue Konstellationen

«Ich denke aus dem Material heraus und nicht an die fertige, abgeschlossene Arbeit.» Für Julia Steiner ist alles im Fluss. Die Künstlerin verwebt frühe Werke mit späteren, setzt Werkgruppen zueinander in Beziehung und zeichnet in grossem Massstab. Räume bilden oft den Ausgangspunkt ihrer Arbeiten, dies gilt für ihre Wandzeichnungen genauso wie für die grossformatige Installation, […]

Denise Bertschi

Stein am Rhein — Rot fliesst das Harz des Paubrasilia unter seiner Rinde. Der Baum prägte einst den Küstenregenwald Brasiliens und gab dem ganzen Land seinen Namen. Heute ist er selten geworden. Zu begehrt war der Farbstoff für Textilien auf der ganzen Welt: Der Paubrasilia war eine der ökonomischen Grundlagen der Kolonialisierung. Denise Bertschi (*1983) […]