Ulrike Kristin Schmidt

Category: Kunstbulletin

Analogien, Additionen, Konfrontationen

Birgit Werres transformiert Alltags- und Industrieobjekte mit gekonnten Eingriffen und Platzierungen und arbeitet die ästhetischen Qualitäten der Materialien heraus. In der aktuellen Ausstellung in der Kunstzone der Lokremise St.Gallen nehmen ihre Werke den Dialog mit anderen Arbeiten aus der Sammlung Rolf Ricke auf. St. Gallen — Der Coup war gelungen: 2006 erwarben das Museum für […]

Steilwandkurven fürs Auge

Ausstellungsraum und ausgestelltes Kunstwerk gehen bei Marie Lund eine enge Symbiose ein. Die Dänin montiert im Kunstmuseum St.Gallen eigens entworfene Objekte und beeinflusst damit die Dynamik im Raum. Räume haben Ränder. Die meisten jedenfalls, denn Kugelhäuser blieben bis heute geografische Besonderheiten oder existieren als gestalterische Nischenprodukte. In den meisten Räumen endet der Boden dort, wo […]

Kleine und grosse und keine BIlder

Albert Oehlen zeigt seine Kunstsammlung und eigene Werke im MASI Lugano. Lugano — Ob es auf die Grösse ankommt, ist Ansichtssache. Das weiss auch Albert Oehlen. Seine fast vier Meter hohen Gemälde sagen das eine, seine eigene Kunstsammlung erzählt das andere. Der im ausserrhodischen Gais lebende Künstler präsentiert im MASI Lugano «grosse Bilder von mir […]

Wundersame Wesen

St.Gallen — Rotkäppchen als Wolfshirtin, ein Bäreichhörnchen, ein gestiefelter Vogelkater – Marlies Pekarek sortiert die Tierwelt neu. Die Künstlerin hat eigens für die Winterausstellung in der Stiftsbibliothek St.Gallen eine künstlerische Intervention entwickelt. Unter dem Motto «Tiere» sind im Barocksaal der Bibliothek ausgewählte Bände zu sehen. In Vitrinen offenbaren die Bücher ihr bildreiches Innenleben und ihre […]

Hochkarätiges in kleinen Räumen

Die Sammlung der Schweizer Galeristin Wilma Lock im Kunstmuseum Appenzell Kabinette statt Säle, Gutes statt vordergründig Auffälliges – die aktuelle Ausstellung im Kunstmuseum Appenzell präsentiert Räume und Inhalte in stimmigem Verhältnis. Arbeiten von Erwin Wurm, Imi Knoebel, Bernard Frize, Franz Erhard Walther, Roman Signer und weiteren fünfundzwanzig Künstlerinnen und Künstlern sind zu sehen. Alles fügt […]

Heimspiel – Die Triennale der Ostschweiz

Das Heimspiel ist längst eine Konstante im Ostschweizer, Vorarlberger und Liechtensteiner Ausstellungsbetrieb – und erfindet sich doch jedes Mal neu. Der dreijährliche Rhythmus ist geblieben, geändert haben sich mit der dreizehnten Ausgabe einmal mehr die Ausstellungsorte und neu auch das kuratorische Konzept: In diesem Jahr wurden die über 400 eingereichten Bewerbungen nicht mehr von einem […]

Eine Tanne als Umweltmonument

Erde und Wasser, leben und überleben, Natur und Mensch – Otobong Nkanga erzählt von tiefgreifenden Veränderungen. Dafür verbindet sie die vier Stockwerke des Kunsthaus Bregenz mit einer eindrucksvollen Installation. Ökologische Anliegen sind hoch im Kurs, auch in der Kunst. Mal leuchtet die Verbindung von Kunst und Ökologie mehr ein, mal weniger. Manches bleibt ein zwar […]

Kammer des Ephemeren

Lesen ist Arbeit. Lesen hinterlässt Spuren. Nicht nur im Hirn, sondern auch im Buch. Manfred Holtfrerichs Exemplar von Adornos «Ästhetische Theorie» zeugt von intensiver Lesearbeit. Handschriftliche Notizen, Unterstreichungen, farbliche Markierungen: wieder und wieder hat der Hamburger Künstler den umfangreichen Text durchpflügt, seinen Gehalt wieder und wieder seziert – bis daraus eine dichte, ästhetische Antwort auf […]

Lecken statt Kaufen – Gestalten statt Verharren

Martina Morger hat den Manor-Kunstpreis erhalten, dank oder trotz ihrer Konsumkritik. Die Performance- und Installationskünstlerin setzt sich mit der Leistungsgesellschaft und ihren Kaufanreizen auseinander. Oft arbeitet sie dafür mit Vorhandenem: Sie transformiert ihre Ausgangsmaterialien nur minimal, setzt aber wirkungsvoll Assoziationsketten in Gang. Schaufenster sind Vitrinen des Konsums. Die Dinge sind darin ausgestellt, aber dem Zugriff […]

Grosse Formate in der Lok

St.Gallen — Alles trifft mit allem zusammen. Landschaft, Interieur, Kitsch, Renaissance, Prestigeobjekte, Gekrakel – Michael Williams (*1978) macht keine Unterschiede. Er sucht sich fotografische, illustrative, künstlerische Motive, kombiniert sie mit eigenen Zeichnungen oder Malereien und setzt alles am Bildschirm zusammen. Manchmal konstruiert er aus dem Material einen Bildraum. Ein anderes Mal verwebt er es zu […]