Ulrike Kristin Schmidt

Gesammelte Texte

Die Kunst befreit den Löwen von der Kette

Valentin Magaro und Werner Angst haben für den Kunstverein Frauenfeld gemeinsam eine passgenaue Ausstellung entwickelt. Im Zentrum ihres künstlerischen Dialoges steht das vieldeutige Frauenfelder Wappen: das Fräuli mit dem Leuli. Da mag er sich noch so aufbäumen und die Krallen spreizen, der Löwe, er ist gefangen. Er bleckt die Zähne, reckt die Zunge und bleibt […]

Von der Traumfabrik zur Fliegerstaffel – die Konstruktion der Bilder

Die Welt wird konstruiert durch Bilder. Sie gehören zum Spektakel, sie verführen und blenden. Jack Goldstein hat dies zum Forschungsthema seiner Kunst gemacht: Wie funktionieren die Mechanismen der Manipulation? Warum akzeptieren wir, was wir vorgesetzt bekommen? Das Kunstmuseum Wintethur zeigt im Stadthaus wie der gebürtige Kanadier Bildmaterial verfremdete und re-inszenierte. Fotografische Bilder sind omnipräsent, jederzeit […]

Schleifen, Kurven und Magnete – das Kunsthaus Bregenz zeigt Koo Jeong A

Koo Jeong A lädt im Kunsthaus Bregenz ins «Land of Ousss (Gravitta)». Diese Wortschöpfung steht für einen undefinierten Zustand oder Ort. Aber die Ausstellung bietet durchaus sehr konkrete Bezüge an. Skateboarding ist seit 2020 eine olympische Disziplin. Den Weg in die Kunst hat dieser Sport bereits deutlich früher gefunden. Künstlerinnen und Künstler haben Rollbretter gestaltet, […]

Künstlerische Forschungsarbeit und Bauschutt als Brunnenskulptur

Oben anspruchsvolle Kopfarbeit, unten sinnliches Eintauchen in eine dystopische Landschaft: Der Kunstraum Kreuzlingen schafft mit zwei Ausstellungen im Erd- und im Kellergeschoss einen Spagat, der so zum letzten Mal möglich ist, denn bald wird umgebaut. Lassen Sie Ihr Telefon für eine Runde in der Garage. Eine freundliche Aufforderung steht am Anfang der Gruppenausstellung «Mineralwasser and […]

Eins nach dem anderen – der Titel von Sam Porritts (*1979) erster institutioneller Einzelausstellung in der Schweiz deutet eine Reihenfolge an: One Thing After Another (Drawings 2005–2025). Aber seine Schau in der Kunst Halle Sankt Gallen mit Zeichnungen zwei Jahrzehnten liefert weit mehr als eine chronologische Ordnung. Die Blätter sind zu einer grossen Installation verbunden: […]

Lutz & Guggisberg – Verdichtungsvorschläge auf Kniehöhe

2014 war an der Architekturbiennale in Venedig ein Modell von Jacques Tatis modernistischer Villa für seinen Film «Mon Oncle» zu sehen. Das Haus, im Film Quelle einigen Ungemachs, war in der verkleinerten Version ein Publikumsliebling. Genauso könnte es den Schollen von Lutz & Guggisberg ergehen. Das Künstlerduo präsentiert in der Bechtler Stiftung, Uster über ein […]

Anna Hulačovás – Bienenwachs und Beton

Anna Hulačová ist gelernte Tischlerin, studierte Bildhauerin und geprägt durch die landwirtschaftliche Arbeit ihrer Familie. In ihren Werken verwebt sie das weitergegebene bäuerliche Wissen und Erleben mit Referenzen an die Antike. Besonders interessieren sie Bienen als Nutztier mit langer Geschichte und mythologischer Aufladung. Im Kunstraum Dornbirn fügt sie bestehende und neue Arbeiten zu einer stimmigen […]

Zwischen Mythos und modernem Agrarbetrieb

Anna Hulačová zeigt ihr vielschichtiges Werk im Kunstraum Dornbirn. Die ehemalige Montagehalle wird zur perfekten Kulisse für ihre künstlerische Erzählung über die historische und gegenwärtige Dimension von Landwirtschaft und Ökologie. Die römische Geschichte und die Sowjetzeit werden nicht oft in einem Atemzug genannt. Parallelen gibt es dennoch, wie Anna Hulačová herausarbeitet. Die tschechische Künstlerin stellt […]

Othmar Eder / Gisela Hoffmann

Das Erdgeschoss ist der grössere Raum, das Obergeschoss der klarere. Die Ausstellung fragile bringt zwei künstlerische Positionen in der Kunsthalle Wil zusammen – und nicht alles funktioniert dabei auf Anhieb. Othmar Eder (1955), mit dem diesjährigen Kulturpreis des Kantons Thurgau ausgezeichnet, ist für seine Zeichnungen und Videos bekannt. Seine Beobachtungen der Natur und Bergwelt treffen […]

Tony Cokes

Die Terrorangriffe am 11. September 2001 waren eine Zäsur in vielerlei Hinsicht, und sie führten zu neuen Diskussionen über die Ästhetik der Bilder und der Legitimation ihrer Veröffentlichung. Tony Cokes hat seine eigene Antwort darauf gefunden: Der US-amerikanische Künstler (*1956) verzichtet seither vollständig auf abbildende Motive in seinen Werken. Er setzt auf die im Kopf […]