Koo Jeong A

by Kristin Schmidt

Luft, Duft, Energieströme, Kraftfelder – Koo Jeong A (*1967) widmet sich Phänomenen, die schwer zu fassen, flüchtig oder unsichtbar sind. Wichtig sind sie dennoch. Sie durchdringen Räume, prägen Erinnerungen und halten die Welt zusammen. Sie in eine künstlerische Form zu bringen, ist eine Herausforderung, die Koo Jeong A mit feinem Sinn und präziser Ausarbeitung bewältigt. So einte Koo anlässlich der Biennale Venedig 2024 die politisch zweigeteilte koreanische Halbinsel durch Gerüche von Stadt und Land, von hüben und drüben.
Jetzt lädt Koo Jeong A im Kunsthaus Bregenz ins Land of Ouss [Gravitta] – der Titel spielt auf einen undefinierten Zustand oder Ort an. Ein solcher ist das Foyer als Dienstleistungs- und Durchgangszone. Koo platziert hier eine schwungvolle Kurve, abgeleitet von den Skatebahnen wie eine aktuell im Haus der Kunst München installiert ist. Dank photolumineszierender Farbe leuchten sie im Dunkeln. Für diesen Effekt wird in Bregenz alle Viertelstunde kurz das Licht ausgeschaltet, dann erhellt ein sanftgrünes Schimmern den Raum. Im ersten Obergeschoss umströmt ein Hauch von Zirbelholz drei Möbiusbänder. Max Bill – fasziniert von diesen unendlichen Schleifen – haute sie in Stein; bei Koo Jeong A sind sie aus Holz und fügen sich mit dem Duft zu einem poetischen Kommentar über Zirkularität. Das Stockwerk darüber ist magnetischen Feldern gewidmet, allerdings bleiben die hier wirkenden Kraftfelder ein Gedankenspiel angesichts der massiven Hilfskonstruktionen. Eine Videoinstallation beschliesst die Ausstellung – hier findet Koo Jeong A wieder zum Thema der ewigen Kreisläufe und zur Leichtigkeit zurück.


Kunsthaus Bregenz, bis 25.5.
www.kunsthaus-bregenz.at
Haus der Kunst München, bis 31.5.
www.hausderkunst.de