Margaretha Dubach

by Kristin Schmidt

Was für eine Fülle! Federn, Blätter, Phiolen, Figürchen, Schlüssel, Perlen, Dominosteine, Knochen; Fundstücke aus Stoff, Glas, Pflanzenfasern, auch Grösseres wie Bücher, Flaschen oder Wurzeln – keine Aufzählung wird je vollständig sein. Sie erfasst immer nur einen Bruchteil des Kosmos von Margaretha Dubach (*1938). Die Künstlerin schöpft aus dem unendlichen Reservoir der Brockenhäuser, der marchés aux puces und der Natur. Sie findet Dinge und erkennt deren Potential, eine Geschichte zu erzählen. Sie fügt Objekte zu Assemblagen, überschreibt, ergänzt und deutet um. Auf diese Weise haben sich über Jahrzehnte hin Schauräume, -lager und das Atelier der Künstlerin in Zürich gefüllt. Das Kunst(Zeug)Haus Rapperswil präsentiert jetzt einen kuratierten Einblick in dieses umfassende Oeuvre. Es wäre ein Leichtes gewesen, mit der Material- und Fabulierlust Dubachs den Ausstellungssaal in eine überbordende Wunderkammer zu verwandeln. Doch die Präsentation widersteht dieser Versuchung und setzt stattdessen auf Übersicht und eine gut überlegte Auswahl – wie es der ersten Einzelausstellung der Künstlerin in einem Schweizer Museum gebührt. Werkgruppen wie die Bücher, die Masken, Talismane oder Collagen bilden formale und inhaltliche Inseln in der Ausstellung. Verbindende Elemente sind die häufig auftauchenden Augenpaare, die Patina der Dinge oder die Anspielungen auf Heiligengestalten aller Religionen: Dubachs Welten sind surreal, magisch und in jedem Falle einzigartig.


Kunst(Zeug)Haus Rapperswil, bis 10.5.
kunstzeughaus.ch