Kein Trick, sondern Arbeit

by Kristin Schmidt

Das Filmprogramm zur Kulturlandsgemeinde 2011 zeigt, dass Trickfilmkünstler und -künstlerinnen wissen, wo Arbeit drin steckt.

Was haben ein Wiesel, ein Autor und eine Urgrossmutter gemeinsam? Sie haben zu tun. Jeder und jede auf seine ganz besondere Weise, die freilich noch spezieller ist, wenn Animationsfilmer ihre Hand im Spiel haben.

Das Mardertier, der Kreative und die alte Dame sind die Protagonisten dreier Kurzfilme aus dem Filmprogramm für die Kulturlandsgemeinde 2011. Kuratiert hat es das Team von Fantoche, dem Internationalen Festival für Animationsfilm in Baden. Das Thema „Arbeit, fertig los“ wurde dabei zunächst einmal sehr persönlich genommen, denn Trickfilmkünstler sind seltsame Arbeitstiere. Sie kneten, zeichnen, animieren, sie fügen eine unendliche Zahl von Einzelbildern zusammen, die schliesslich in wenigen Minuten über die Leinwand oder den Bildschirm rauschen. So dauern die kürzesten der 10 ausgewählten Filme gerade mal 45 Sekunden – genug Zeit für den Angestellten in den „Low Morale“-Episoden von Laith Bahrani, sich genervt, frustriert und gekonnt ins Jenseits zu befördern. Befreit, aber auf ganz andere, auf positive Weise ist schlussendlich auch Adrian Flückigers Wiesel. Wie das sympathische Tierchen seiner rotgelbgrünen Monotonie entrinnt, hat schon so manchen Festivalbesucher begeistert.

Aber auch Indifferenz und Tristesse werden nicht ausgeblendet. Wo der Mensch nicht mehr wert ist, als der Boden, den sein Fuss berührt, und wo Traumschlösser in den Tod münden – dort wird ebenfalls gearbeitet.

Breit ist auch das Spektrum der Techniken. Es reicht von der Flashanimation bis zu Stop Motion. Ein grafisches Highlight ist Lotti Bauers „I can see the dust“: Geometrische Formen visualisieren die Fleckwegberichte anonymer Putzfrauen. Ein Thema, zu dem auch Louise einiges zu sagen hätte. Im letzten Film begleiten wir das fast hundertjährige Grosi der Animationsfilmerin Anita Lebeau durch den Tag. Und wenn sie berichtet, dass sie ihren Samstag geschafft habe, weil sie schon am Vortag mit ihrem Samstag begonnen habe, so ist dies näher am Leben als die Theorien so mancher Zeitmanagementgurus.